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Vampir-Talk: Robert Pattinson im Interview
Team Jacob kann jetzt den Rechner runterfahren. Hier kommt Edward, der Lieblingsvampir aller Twilight-Fans! Robert Pattinson erklärt im Star-Interview, warum er manchmal Angst vor seinen Fans hat, was er von traditionellen Werten wie Treue hält und warum es immer noch eine Herausforderung ist, den Edward in der Twilight-Saga zu spielen.
Von Roland Huschke

- Robert Pattinsion als Edward in "Eclipse" © 2010 Concorde Filmverleih GmbH
aha!live: Kannst du den Vampir Edward aus der „Twilight“-Serie inzwischen im Schlaf spielen oder ist jeder Drehstart eine neue Herausforderung?
Robert Pattinson: Sobald ich im Make-up-Stuhl sitze und in Edward verwandelt werde, fühle ich mich automatisch in die Figur ein. Mein Gesichtsausdruck verändert sich, körperlich setzt so genannte ‘muscle memory‘ ein und ich verinnerliche die Rolle. Doch der Trick ist, ihn trotzdem nicht wie gewohnt zu spielen, sondern jedes Mal etwas Neues auszuprobieren. Die Budgets sind inzwischen größer und die Verwicklungen der Story sind dramatischer - da muss auch ich neue Facetten finden.
aha!live: Was hieß das konkret bei der Arbeit an „Eclipse – Bis(s) zum Abendrot“?
Pattinson: Die Beziehung zwischen Edward und Bella geht nun in die Phase, in der es zur Ehe und zum ersten gemeinsamen Sex kommt. Die daraus zu resultierende Spannung zu spielen war hochinteressant, denn aus meiner Sicht hat Edward panische Angst vor Sex. Als Vampir ist er es seine gesamte Existenz über gewöhnt, Urinstinkte zu bedienen und menschliches Fleisch zu begehren. Er macht das schon so lange, dass ihn die Menschheit langweilt und er sich nur noch auf diese eine Frau konzentriert, weil sie einen Rest von Menschlichkeit in ihm weckt. Und da ist er trotz seiner Macht und Erfahrung am Ende auch nur ein verdammt verunsicherter junger Mann (lacht)!

- In "Eclipse" wird es mit Bella und Edward langsam ernst. © 2010 Concorde Filmverleih GmbH
aha!live: Ist er altmodisch, weil er so viel Wert auf Treue und traditionelle Werte legt?
Pattinson: Die Frage höre ich erstaunlicherweise oft. Warum eigentlich? Ist es so verwunderlich, wenn jemand in der Liebe auf die Richtige warten möchte? Ich denke, dass eine solche Entscheidung auch im wahren Leben nobel und absolut zu respektieren ist, denn sie erfordert Kraft und Selbstbewusstsein. Auf Werte zu pfeifen und mit allen möglichen Leuten Sex zu haben ist im Vergleich doch der viel leichtere Weg.
aha!live: Hast du dich inzwischen an deinen Status als Sexsymbol gewöhnt?
Pattinson: Nein, denn mir ist immer bewusst, dass so ein Image von außen kreiert wird und ich darauf keinerlei Einfluss habe. Für mich sind das Oberflächlichkeiten. In der Geschichte der Menschheit gab es zahllose Schönheitsideale und was ‘sexy‘ ist oder auch nicht, hängt bloß vom Zeitgeist ab. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis ich eines Tages auch zum Anti-Sexsymbol gewählt werde (lacht).
aha!live: Bist du peinlich berührt, wenn du Fanaufläufe verursachen wie einst die Beatles?
Pattinson: Innerhalb der „Twilight“-Familie können wir alle damit umgehen, doch wenn ich andere Filme drehe, ist es mir tatsächlich unangenehm, wenn durch Trubel um meine Person Schwierigkeiten entstehen. Ich bin stolz auf alle Fans, natürlich. Doch privat halte ich mich aus Großstädten fern oder versuche unterzutauchen. Neulich verbrachte ich zwei Wochen in einem Hotel in London und konnte gar nicht fassen, dass die Adresse geheim blieb. Bis am letzten Tag in der Lobby ein Mädchen hinter mir aus dem Dunkel trat und mich erwischte. Ich dachte, mein letztes Stündchen hätte geschlagen, denn man weiß nie, ob man nicht von Verrückten auflauert wird. Zum Glück wollte das Mädchen nur ein Autogramm ...

- Bella steht zwischen ihrer großen Liebe Edward und ihrem besten Freund Jacob. © 2010 Concorde Filmverleih GmbH
aha!live: Gehen die Fans eigentlich noch wegen der Story oder inzwischen doch eher deinetwegen ins Kino?
Pattinson: Das kann man nicht trennen. „Twilight“-Fans wollen das Gesamterlebnis. Sie sind so eng mit den Figuren und mit der Mythologie der Bücher verbunden, dass sie schon bei der Nennung des Wortes ‘Twilight‘ eine physische Reaktion verspüren. Unsere Filme sind Fenster in ihre Vorstellungskraft und wir Schauspieler fungieren dabei als Boten. Aber das Phänomen ist viel größer als jeder individuell Beteiligte.
aha!live: Was hältst du davon, dass das letzte Buch der Serie in zwei Filme aufgeteilt wird?
Pattinson: Zu solchen Entscheidungen werde ich nicht befragt, aber die Aufteilung macht Sinn, weil das letzte Buch so reichhaltig geschrieben ist. Die Kunst wird sein, einen Punkt zu finden, an dem man mittendrin abbricht, ohne dass es willkürlich wirkt. Ich weiß auch noch nicht mehr dazu, die Drehbücher werden noch geschrieben. Ich weiß nur, das mir noch einmal sechs Monate Arbeit bevorstehen und das Abenteuer ‘Twilight‘ dann beendet sein wird. Dann haben wir fünf Filme in drei Jahren geschafft. Nicht übel, wenn man bedenkt, dass wir als kleines Team voller Außenseiter angefangen haben und anfangs noch alle im Bus zur Arbeit fuhren, weil der Etat nicht für einzelne Fahrer reichte!
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