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Haarige Sache: Was es mit der Körperbehaarung auf sich hat

Über Nacht sind sie da: Sie kommen aus dem Nichts und sprießen plötzlich mit Beginn der Pubertät an den scheinbar unmöglichsten Stellen. Die Rede ist von der Scham – und Körperbehaarung. Warum gibt es sie eigentlich? Welche Funktion hat sie und warum tun wir alles, um sie mittels Rasierer & Co. wieder los zu werden?

In der Pubertät geht's los

Haarige Sache: Muss das eigentlich sein mit der Körperbehaarung?

Wann genau Pubertät und Körperbehaarung einsetzen, ist bei jedem Menschen verschieden. Bei manchen Jugendlichen beginnen die Hormone schon mit zehn Jahren verrückt zu spielen, bei anderen erst mit 12 oder 13 Jahren. In Europa liegt die Pubertät bei Mädchen normalerweise zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr, bei Jungs zwischen dem 12. und 20. Lebensjahr. Bei Mädchen wird an diesem Zeitpunkt verstärkt das weibliche Geschlechtshormon Östrogen produziert, der Körper der Jungs schüttet in dieser Zeit große Mengen Testosteron aus. Unter anderem sind es diese Hormone, die neben den Veränderungen des Körperbaus auch dafür sorgen, dass die Scham- und Körperhaare zu wachsen beginnen.

 

Warum wachsen am Körper eigentlich Haare?

Dunkler Haarwuchs statt heller Flaum: Erst in der Pubertät kommt es zur richtige Körperbehaarung. (Bild: Fotolia.com)

Die Haut aller Menschen ist von Geburt an mit dem so genannten Vellushaar bedeckt. Das ist ein leichter Flaum aus vielen kleinen Härchen, die wir kaum sehen. An bestimmten Stellen verändern sich diese Härchen unter dem Einfluss der Hormone während der Pubertät. Sie ändern ihre Struktur, werden stärker und durch erhöhte Pigmentbildung auch dunkler. Der Fachbegriff dafür heißt Terminalhaar. Wie stark ein Mensch behaart ist, liegt neben seinem Geschlecht und Alter auch an seinen genetischen Anlagen und seinem individuellen Hormonhaushalt.

Haben Körperhaare überhaupt einen Nutzen?

Unserer Vorfahren waren aus gutem Grund mit einer dichten Körperbehaarung ausgestattet. Sie schützten den Körper vor Witterungseinflüssen wie Kälte, Wind, Sonne. Heute tragen wir Kleidung und leben in Häusern, die Körperbehaarung hat ihre frühere Funktion also weitgehend verloren. An einigen Stellen des Körpers hat die stärkere Behaarung haben immer noch ihren Sinn: beispielsweise in den Achselhöhlen, wo viel Schweiß produziert wird. Hier vergrößern die Haare die Hautoberfläche und helfen so dabei, dass der Schweiß leichter abgegeben werden kann. Andere Stellen, zum Beispiel der Schambereich, werden durch das dichte Haar vor zu starker Reibung geschützt.

Jungs sind haariger

Bis zu 25.000 Haare hat ein Mann im Gesicht.
(Bild: Fotolia.com)

Während bei Mädchen Körperhaare vor allem an Armen und Beinen sowie im Schambereich und unter den Achseln wachsen, sind Jungs nach der Pubertät weit stärker behaart. Sie bekommen zusätzlich Barthaare (bis zu 25.000!) sowie Haare auf Brust und Bauch, oft auch auf dem Rücken. Diese Entwicklung hört nicht plötzlich mit Ende der Pubertät auf. Voll entwickelt ist die Körperbehaarung bei Männern erst im Alter zwischen 20 und 30 Jahren.

Rasierer & Co.: Glatte Haut als Schönheitsideal

Westliches Schönheitsideal: Die Körperhaare müssen weg. (Bild: Fotolia.com)

In der westlichen Welt hat sich das Schönheitsideal von einer glatten, haarlosen Haut durchgesetzt. Sichtbare Körperbehaarung wird bei uns oft als unästhetisch oder sogar unhygienisch empfunden. Deshalb entfernen ein Großteil der Frauen und auch immer mehr Männer die störenden Körperhaare. Das kann durch rasieren, epilieren oder sogar durch den Einsatz von Lasertechnik geschehen.
Besonders bei jungen Erwachsenen setzt sich dieser Trend durch: Laut einer aktuellen Studie der Universität Leipzig mit 314 Studentinnen und Studenten gaben 97 % der Frauen und 79 % der Männer an, ihren Körper an mindestens einer Körperstelle regelmäßig zu enthaaren. 89 Prozent der Frauen rasierten oder epilierten sogar drei oder mehr Körperpartien. Echt rekordverdächtig, aber in keiner Weise zur Nachahmung verpflichtend. Wer den Naturlook mag, kann auf die Enthaarung auch einfach verzichten.

 

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