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Reihe Traumberufe: Illustrator

Zeichnest du gerne? Dann sind dir in unserer „Fit auf 12 Quadratmetern“- Fitnessgeschichte vielleicht die schönen Zeichnungen aufgefallen. Die hat die aha!live-Redaktion natürlich nicht selbst gemacht, sondern von einer Illustratorin bekommen. Nina Rode heißt sie – und wenn du eine Trinkflasche von Sigg besitzt, dann hast du vielleicht sogar schon eine Illustration von Nina zuhause. Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und zeichnet für die aha!-Redaktion und andere Magazine. Doch wie wird man Illustrator, und was versteckt sich hinter diesem Job genau? Wir haben nachgefragt.

Illustrationen: Nina Rode

Kreativer Beruf: Jeder Illustrator hat seinen eigenen Stil.

aha! Was macht man als Illustrator eigentlich genau?

Nina: Als Illustrator versucht man, Vorstellungen oder Gedanken in Bilder umzusetzen. Ich zeichne und male beispielsweise Bilder zu Artikeln und Geschichten, die dann in Magazinen, auf Webseiten oder in Büchern erscheinen. Oder meine Zeichnungen geben Anweisungen in Bildern, wie zum Beispiel bei der aha!live-Fitnessgeschichte. Oft sind Illustratoren auch damit beschäftigt, Produkt-Verpackungen zu gestalten. Egal ob Bettwäsche, Bücher oder Porzellan – Illustrationen findet man überall.

aha! Wie gut muss man dafür zeichnen können? Reicht der Spaß am Malen oder braucht man auch eine ordentliche Portion Talent?

Nina: „Gut zeichnen können“ ist immer Geschmackssache. Manche zeichnen sehr genau und detailliert, andere kritzeln oder malen abstrakt. Das kann alles ganz toll aussehen. Es gibt sehr viele  verschiedene Stilrichtungen. Eine Zeichnung muss nicht perfekt sein. Man sollte auf jeden Fall viel Fantasie haben und seine Ideen auf seine eigene Art und Weise umsetzen können. Ich glaube, dass der Wiedererkennungswert durch den persönlichen Stil ganz wichtig ist.

aha! Zeichnest du am Computer oder machst du das noch mit Stift und Papier?

Nina: Ich zeichne fast nur am Computer. Aber ich habe eine Art Zeichenbrett angeschlossen. Man zeichnet dann quasi direkt auf dem Monitor. Dies ist viel einfacher, da man die Zeichnungen nicht alle einscannen muss.  

Ninas Illus auf den Sigg-Flaschen.

aha! Wie bist du Illustratorin geworden? War der Job des Illustrators von Anfang an dein Ziel?

Nina: Während meines Grafikdesign-Studiums habe ich schon sehr künstlerisch gearbeitet. Ich war oft in den Druckwerkstätten und Aktzeichenkursen. Allerdings habe ich erst nach der Ausbildung zum Grafiker gemerkt, dass Werbung und Grafik in Werbeagenturen etwas ganz anderes bedeutet, als man es im Studium lernt, bzw. wie man es sich vorstellt. Heute gibt es auch einen Studiengang Illustration. Hier hat man schon während der Ausbildung die Chance, sich ganz auf die Ausbildung zum Illustrator zu konzentrieren.

Jeder Student muss sich mit einer Arbeitsmappe bewerben.

aha! Welchen Schulabschluss braucht man?

Nina: An der Fachhochschule muss man eine Mappe einreichen, da wird nach Durchsicht der Mappe und einem Test entschieden, ob man „künstlerisch begabt“ ist.
Abitur ist dafür notwendig, in seltenen Fällen werden auch die Mappen ohne besonderen Schulabschluss genommen. Allerdings nur, wenn man sehr talentiert ist.

aha! Ist das Grafikdesign-Studium hart? Wie lang dauert es, bis man fertig ist? Was muss man außer Zeichnen noch lernen?

Nina: Am Anfang war es nicht einfach, an einer Fachhochschule mit seiner Mappe angenommen zu werden. Das klappt bei den meisten nicht beim ersten Mal. Aber das Studium selbst hat sehr viel Spaß gemacht, weil man an vielen freien Projekten arbeiten konnte, zum Beispiel an fiktiven Werbekampagnen. Als Student kann man also sehr kreativ sein. Während des Studiums lernt man aber auch verschiedene Drucktechniken anzuwenden, Figuren und Akte zu zeichnen sowie Verpackungen zu erfinden. Aber auch Theoriefächer und Computerprogramme gehören dazu.

Ninas Logo.

aha! Wie geht es weiter, wenn die Ausbildung vorbei ist?

Nina: Es gibt Agenturen, die Illustratoren fest einstellen. Aber die meisten Kollegen arbeiten freiberuflich. Parallel haben viele eine Repräsentanz, also jemanden, der sich um die Aufträge kümmert. Das ist so was wie ein Agent. Aber natürlich muss man sich auch selbst darum kümmern, dass man neue Kunden gewinnt. Leider heißt dies auch, dass man kein geregeltes Gehalt bekommt, und so lernen muss, sich die Einnahmen gut einzuteilen. Als Freiberufler arbeitet man eben anders, z.B. hat man manchmal einen Tag unter der Woche frei, muss dafür aber hin und wieder am Wochenende eine Nachtschicht einlegen. Das ist dann die Schattenseite an dem Job.  

aha! Erinnerst du dich noch an deinen ersten Job? Was war das genau?

Nina: In meinem ersten Job habe ich Ornamente für eine Wanduhrenserie gezeichnet. Das hat ganz viel Spaß gemacht, und ich war so stolz, als ich die Uhren im Laden gesehen habe.

Unsere Interview-Partnerin Nina Rode.

aha! Was würdest du jemandem raten, der dieselbe Laufbahn einschlagen möchte wie du?

Nina: Ich würde dazu raten, den direkten Studiengang für Illustratoren zu wählen. Hier lernt man sicher mehr Zeichentechniken als im Studiengang Grafikdesign. Später kann man sich dann auch einfacher und schneller auf das spezialisieren, was einem liegt. Natürlich können Interessierte auch den Umweg über ein Grafikdesign-Studium nehmen, das habe ich ja auch gemacht. Der Nachteil: Man muss sich einiges an Illustratoren-Know-how selbst beibringen. Bei mir hat das aber auch funktioniert! 

 

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