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Max über Heidi Klum, den Glamour-Faktor und harte Arbeitsbedingungen

Von der Foto-Love-Story zu Gemanys Next Topmodel: Max hat es geschafft.

aha!live: Und wie komme ich an tolle Fotos für meine Mappe, wenn ich noch gar keine Jobs habe?

Max: Der nächste Schritt nach der Ausbildung ist, an Fotoschulen vorbeizuschauen oder dort am schwarzen Brett einen Zettel aufzuhängen, auf dem du dich als Visagist für Shootings anbietest. Die jungen Fotografen dort brauchen natürlich Visagisten, die ihre Models schminken und wir brauchen die Fotos mit unseren Make-ups. Die „Anfänger“ tun sich quasi zusammen, damit jeder etwas davon hat. Diese Jobs sind jedoch immer unentgeltlich. 

aha!live: Was passiert, wenn ich dann ein paar Bilder zusammen habe?

Max: Dann muss du so mutig sein und dich einfach bei Fotografen vorstellen. Da reichen auch schon fünf gute Fotos. Du solltest allerdings realistisch bleiben und nicht gleich zum Hausfotografen der Vouge marschieren. Wer keine Idee hat, geht einfach mal zu einem Zeitschriftenstand und überlegt sich, wo er reinpasst. Frisch von der Schule bieten sich Teeniezeitschriften an. Da steht am Rand auch immer der Name des Fotografen. Dann würde ich seine Nummer oder E-Mail recherchieren, mich per Mail oder Telefon kurz vorstellen und fragen man vorbeikommen darf, um sich vorzustellen.

aha!live: Aber jetzt mal ehrlich, hast du das auch so gemacht?

Max: Natürlich! Wie willst du denn auch anders die Leute in der Branche kennen lernen? Die kommen nicht zu dir. Ich hab etliche Termine ausgemacht und bin mit meiner Mappe unterm Arm zu Fotografen. Ich hab versucht einen möglichst guten Eindruck zu hinterlassen, gesagt, ich bin zwar Anfänger, hab aber total Lust, einen richtig guten Job zu machen. Und vielleicht fällt ja mal jemand kurzfristig aus…

aha!live: Hat das geklappt?

Max: Ich hab nicht gleich das Feedback bekommen, dass ich gerne hätte. Und da muss sich auch keiner vormachen, dass es mit ein paar Terminen bei Fotografen getan ist. Aber irgendwann wurde mal jemand krank. Oder es hieß, ich darf einen Tag vorbeikommen und zuschauen. Dafür hab ich zwar kein Geld bekommen, aber ganz viel gelernt. Ein gutes Jahr hab ich auch viele Teeniesachen gemacht. Von der Foto-Love-Story bis hin zu Mode/Beauty-Strecken. Das gab zwar nicht viel Geld, war aber super, weil ich ganz viel machen durfte.

aha!live: Wie viel bekommt man denn für solche Jobs? 

Max: 200 bis 250 Euro. Das hört sich natürlich toll an, aber als Make-up-Artist bist du selbständig und das heißt, du musst deine Abgaben wie Steuern und Versicherungen davon zahlen. Und dann das Material dass du kaufen musst... Von 200 Euro bleibt nicht viel übrig.

aha!live: Und wie kommt man dann an die „richtigen“ Jobs?

Max: Da gibt es leider kein Patentrezept, denn oft führt eins zum anderen. Da arbeitest du mit einem Fotografen zusammen, mit dem die Chemie stimmt und der bucht oder schlägt dich für einen anderen Job vor. Oder du bist bei einem Shooting für eine Werbeagentur und die fragt, ob du nicht noch Lust auf einen anderen Job hättest. 

Das Schönste und Beste aus den Haaren und dem Make-up machen, das ist der Anspruch eines guten Make-up-Artisten.

aha!live: Was zählst du zu deinen Highlights?

Max: Oh, da gibt es mittlerweile schon ein paar...  Ich werde zum Beispiel zwei Mal im Jahr nach London eingeflogen und schminke für die Designerin Stella McCartney. Ich habe auch Shows von Hugo Boss und Baldessarini gemacht und natürlich sind auch immer wieder Prominente dabei.  Toll war natürlich auch, bei der diesjährigen Staffel von „Germany’s next Topmodel“ mit Heidi Klum in Los Angeles zu arbeiten und in Hollywood zu sein.

aha!live: Durftest du auch Heidi Klum schminken?

Max: Nein, Heidi hat schon seit Jahren ihre eigene „Haar-Frau“ und einen „Make-up-Mann“, der sie seit über zehn Jahren schminkt.

aha!live: Trotzdem, als Make-up-Artist bei GNTM ist der Glamour-Faktor doch riesig. Oder ist das Routine?

Max: Den Glamourfaktor hast du in der Regel vor und nach dem Job. Ich bin zum Beispiel mal für ein Shooting nach Mauritius geflogen, um eine Woche mit Charlotte Engelhardt von Pro7 Bilder zu machen. Das Glamouröse ist, dass du im Flugzeug sitzt und nicht fassen kannst, dass du um die halbe Welt fliegst, damit genau du dort das Make up machst. So war es auch mit GNTM. Ich durfte nach L.A. fliegen, um dort am Set in Hollywood mit Heidi Klum zu stehen. 

aha!live: Aber die Arbeit sieht anders aus?

Max: Ja. Die Realität ist, dass es wahnsinnig harte Tage sind. Auf Mauritius zum Beispiel musste ich jeden Tag um fünf Uhr früh aufstehen. Vor Sonnenaufgang musste am Strand alles fertig sein und Charlotte geschminkt, damit man das erste Sonnenlicht mitbekommt. Und nur, weil man um fünf anfängt, hört man nicht schon am Nachmittag auf. Im Gegenteil, lange Arbeitstage von 12, 13, 14 Stunden sind normal. Das macht den Job – während du schminkst und frisierst – nicht glamourös. Und egal, wer vor dir auf dem Stuhl sitzt, ob Prominenter oder unbekanntes Model - dein Job muss gleich gut sein.

aha!live: Harte Arbeitsbedingungen...

Max: Wenn du selbst mal rausfinden möchtest, wie hart... Dann stell deinen Wecker auf halb sechs und versuch dir einen graden Eyeliner zu ziehen (lacht).

aha!live: Da brauchst du eine echt ruhige Hand... Worauf kommt es noch an, wenn man als Make-up-Artist arbeitet?

Max: Da Zeitdruck ein ganz großes Thema ist, solltest du nur schwer aus der Ruhe zu bringen sein. Als Make-up-Artist gehörst du zu denen, die als erstes am Set sind. Du hast den Druck für einen Schauspieler, für ein Model und natürlich auch für dich selbst, das Schönste und Beste aus den Haaren und dem Make-up zu machen. Auf der anderen Seite wartet hinter dir ein Team von 40 Mann, das loslegen möchte und wartet, dass DU endlich fertig wirst.

aha!live: Was muss ich noch können?

Max: Als Make-up-Artist arbeitest du ganz oft in internationalen Teams. Mit Models aus Brasilien oder Fotografen aus England... Dein Englisch sollte daher sehr gut sein, ein paar Brocken reichen nicht aus. Aber das Allerwichtigste ist fast, dass du zuverlässig bist. Wenn du gebucht wurdest, dann verlässt sich der Kunde auf dich. Zu spät kommen geht da gar nicht, denn die Location kostet Geld, genauso wie die Zeit des Fotografen und das Model. Möglich, dass der Kunde in Zukunft dann lieber auf dich verzichtet. Also das Fazit: Du musst Englisch können, zuverlässig sein, einen ruhige Hand besitzen, geduldig sein und brauchst ein sympathisches Auftreten. Wenn dir dann nach drei Monaten täglich die Freundinnen schminken immer noch nicht langweilig ist, dann sind das richtig gute Voraussetzungen um es als Make-up-Artist zu probieren. Ich wünsch jedem von euch viel Glück.

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