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Luxuslärm: Backstage gibt’s auch Salbeitee

Der Plakatwettbewerb „bunt statt blau“ geht wieder los: Wer kreativ gegen das Komasaufen werden will, kann jetzt die Stifte zücken. In der Jury sitzt dieses Mal „Luxuslärm“, die Aufsteiger-Band des Jahres. Aber Moment mal: Junge Musiker? Gegen Alkohol? Die feiern doch bestimmt bis zum Abwinken. aha!live hat mal nachgefragt, was Janine „Jini“ (Gesang), Jan (Schlagzeug), David  (Keyboard), Eugen  (Bass) und Henrik  (Gitarre) zum Thema Komasaufen so sagen...

"bunt statt blau ": In der Jury sitzt 2011 „Luxuslärm“, die Aufsteiger-Band des Jahres!


aha!live: Hallo, ihr fünf. Ihr seid eine Band, die viele Live-Konzerte gibt. Wie sieht denn ein typischer Tag aus, wenn ihr auf Tour seid?

Luxuslärm: Ja, wir spielen viel: 130 Konzerte in diesem Jahr. Und vor allem sehr gerne live, da bekommt man als Band direktes Feedback von den Fans und man ist einfach „näher dran“. Ein typischer Tourtag sieht so aus: Wir kommen am frühen Nachmittag am jeweiligen Club an, in dem die Crew schon seit mittags dabei ist, alles aufzubauen, was wir für ein Luxuslärmkonzert brauchen: Anlage, Instrumente, Licht und so weiter. Dann geht’s erst mal direkt zum Soundcheck. Wenn dort alles passt, geht’s direkt weiter zu den Interviews und Meet &Greets mit Fans. Danach gibt’s Essen und anschließend  haben wir noch mal eine Stunde, um uns auf den Auftritt vorzubereiten, bevor es dann auf die Bühne geht. Nach der Show stoßen wir manchmal noch auf den Auftritt an, aber diese berühmten „Aftershowparties“ im Backstagebereich sind, zumindest bei uns, nicht so, wie man es oft in den Medien liest. Klar haben wir in manchen Städten Freunde und Bekannte hinten bei uns, trinken auch etwas zusammen, aber immer in Maßen. Das würden wir auf einer Tour auch gar nicht packen. So eine Tour ist eh schon anstrengend genug und zehrt an den Kräften, da muss man wirklich auf sich aufpassen! Alkohol ist also eher die Ausnahme.

 

aha!live: Und was trinkt ihr stattdessen?  

Luxuslärm:  Wir trinken eigentlich fast alles. Wasser, Cola, Fanta, Säfte und sogar Capri Sonne :). Außerdem heißen Salbei-Tee mit Honig und Ingwer, das ist sehr gut für die Stimme! Natürlich auch mal Bier, Wein oder Cocktails, aber eben in Maßen.

 

aha!live:  Das passt ja eigentlich nicht zum Image einer Pop-Band. Müsst ihr öfter mal erklären, warum ihr jetzt nur mit Cola anstoßt?

Luxuslärm: Das ist ganz typisch für Luxuslärm, bei uns ist nichts wie bei einer "typischen" Pop-Band. Wir haben keinen Major-Deal unterschrieben, sondern machen alles in Eigenregie. Wir haben, neben der Arbeit mit Luxuslärm, noch "normale" Berufe (Jan und Jini in der Musikschule, Dave als Physiotherapeut) und da sind wir es einfach gewohnt, dass wir Dinge öfter mal erklären müssen. Und ganz ehrlich: Ob wir nun mit Alkohol oder Cola anstoßen, interessiert da die wenigsten.  

 

aha!live: Janine, wirkt sich Alkohol auch auf deine Stimme aus?  

Luxuslärm: Alkohol ist definitiv schlecht für meine Stimme! Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeit und so natürlich auch den Stimmbändern, das macht sie rau und anfällig. Alkohol ist für meine Stimme ebenso schädlich wie Rauchen, Stress, Kälte, Schreien, Räuspern und Flüstern. Ich versuche meine Stimme so gut es geht vor diesen Dingen zu schützen.

 

aha!live: Ihr habt ein Lied geschrieben (Nichts ist zu spät), das könnte auf jemanden passen, der mit seiner Sucht nicht fertig wird. Wie ist der Song zustande gekommen?

Luxuslärm:  "Nichts ist zu spät" soll Mut machen. Mut machen, sein Leben in den Griff zu bekommen und sich auch von Niederlagen nicht unterkriegen zu lassen. Jeder hat mal eine Phase im Leben, in der es nicht so gut läuft, aber das ist noch lange kein Grund sich aufzugeben. Genau darum geht es in diesem Song und auch im Video, man kann sein Leben selbst in die Hand nehmen und Dinge, die einen stören, ändern. Wir bekommen von unseren Fans sehr viel Feedback, dass dieser Song ihnen in ihrem Leben geholfen hat -  und auch, dass der Song ihnen Kraft gegeben hat, sich aus einer Sucht zu befreien, Hilfe zu suchen und dagegen anzukämpfen. So etwas zu lesen oder hören ist natürlich großartig für uns und etwas ganz besonderes.

 

aha!live: Habt ihr selbst oder Freunde von euch Erfahrungen mit Sucht gemacht?

Luxuslärm:  Wir haben als Coverband „Blue Cinnamon“, aus der ja Luxuslärm entstanden ist, viel auf Schützenfesten oder Stadtfesten gespielt. So sehr uns die Zeit auch Bühnenerfahrung geschenkt hat, eines werden wie nie vermissen: Die betrunkenen, laut pöbelnden Menschen, die nur Party machen können, wenn sie schon das ein oder andere Glas zuviel getrunken haben. Es ist als Künstler so nervig und frustrierend, wenn du merkst, dass die Menschen gar nicht mehr raffen, was da oben passiert. Für so ein Publikum macht es keinen Spaß zu spielen und wir sind froh, dass das jetzt vorbei ist. Jetzt kommen die Leute wegen unserer Musik, der Show und den Texten zu unseren Konzerten und nicht, weil sie sich betrinken wollen.

 

aha!live: Ihr sollt bald die besten Bilder des Plakatwettbewerbs „bunt statt blau“ auswählen und küren. Habt ihr irgendeinen Draht zum Malen?

Luxuslärm:  Ja, die Schwester von unserem Schlagzeuger Jan zeichnet unfassbar gut! Und einige Bilder von ihr hängen sogar in der Musikschule, in der Jan und ich unterrichten, aber wir selber malen nicht, dafür haben wir zu wenig Talent:) Umso mehr freuen wir uns aber auf die Plakate der Schüler, die bei „bunt statt blau“ mitmachen und sind schon ganz gespannt, was die sich einfallen lassen!

 

Alle Infos zum Plakatwettbewerb "bunt statt blau" findet ihr unter www.dak-buntstattblau.de

 

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