Login / Logout

HEALTH NEWS
Daddeln führt zu schlechten Noten…
Chatten, gucken, spielen: Nach einer neuen Studie der DAK-Gesundheit sitzt fast jeder 5. Schüler täglich mindestens sechs Stunden vor dem Bildschirm....

Du willst noch mal einen Blick in die aha!Magazine werfen? Kein Problem, hier geht es zum PDF-Download.weiter
Cannabis & Co: Lebe lieber un-abhängig
Wie gefährlich sind Cannabis, Haschisch und Marihuana wirklich? Und kann der Konsum tatsächlich zu Depressionen führen? Bei aha live! beantwortet der Experte Professor Dr. Rainer Thomasius diese Fragen. Er ist Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters im Hamburger Universitätsklinikum.

- Bild: Fotolia.comRegelmäßiger Cannabis-Konsum ist gefährlich
Von Sannah Koch
aha! Cannabis, Haschisch und Marihuana galten lange als ungefährliche Drogen. Warum haben Sie an der Hamburger Uniklinik eine Ambulanz für Jugendliche mit Cannabiskonsum eingerichtet?
Thomasius: Weil wir hier im Jahr rund 350 jugendliche Cannabiskonsumenten behandeln, die mit vielen unterschiedlichen Problemen zu kämpfen haben - gesundheitlicher Art, aber auch mit sozialen und familiären Problemen.
aha! Was nennen Sie problematischen Drogenkonsum?
Thomasius: Problematisch ist es immer, wenn jemand regelmäßig konsumiert und wenn die Droge benötigt wird, um Probleme zu verdrängen, Spaß zu haben oder zu entspannen. Wir wissen heute auch, dass Cannabiskonsum umso gefährlicher ist, je früher man damit beginnt. Man wird schneller abhängig, und es kann zu gesundheitlichen Schäden wie beispielsweise Entwicklungsstörungen im Gehirn kommen.
aha! Ab wann ist eine Entzugsbehandlung notwendig?
Thomasius: Jugendliche, die Cannabis zur Problembewältigung brauchen, um einer Clique anzugehören oder jedes Wochenende Joints rauchen, sollten auf jeden Fall über eine Therapie nachdenken.
aha! Was sind die körperlichen Folgen von regelmäßigem Cannabiskonsum?
Thomasius: Cannabis kann körperlich abhängig machen. Unsere Patienten leiden an Entzugserscheinungen wie Unruhe, Schlaflosigkeit, erhöhtem Puls, Zittern. Allerdings nicht so stark wie bei anderen Drogen.
aha! Wie lange dauert ein Cannabisentzug?
Thomasius: Die körperlichen Nachwirkungen können etwa drei Wochen andauern. Ein Cannabisentzug ist nicht gefährlich, aber die Sucht ist stark.
aha! Und die Gefahren für die Psyche?
Thomasius: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass regelmäßiger Cannabiskonsum zu Depressionen führen kann, Mädchen sind davon stärker betroffen. Etwas seltener treten Angststörungen auf. Häufig kommt es zu Motivationsproblemen, das heißt, die Jugendlichen können sich zu nichts mehr aufraffen, vernachlässigen die Schule, ziehen sich von Freunden oder Familie zurück. Die hängen nur noch herum und haben keine Zukunftspläne mehr. Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis werden von Cannabis beeinträchtigt.
aha! Weitere Gefahren?
Thomasius: Durch Cannabiskonsum können Psychosen auftreten. Das sind Zustände mit Angst, Wahrnehmungsstörungen bis hin zum Verfolgungswahn. Im schlimmsten Fall kann auch eine Schizophrenie ausgelöst werden, das ist eine schwere, chronische Krankheit.
aha! Für wen ist Cannabis besonders gefährlich?
Thomasius: Jugendliche, die auf Cannabis mit Angst oder Wahrnehmungsstörungen reagieren. Denn sie sind besonders anfällig für psychische Störungen.
aha! Danke für das Gespräch!
In diesem Artikel
Du möchtest einen Kommentar schreiben? Hier kannst du dich
einloggen oder
registrieren.









1 Kommentar
Dieser Artikel ist stark übertrieben. Die Suchtwirkung von Cannabis ist in Wahrheit eher gering. Eine körperliche Abhängigkeit ist extrem selten. Einer Studie zufolge sind 28% aller Dauerkonsumenten (zwei Mal in drei Tagen kiffen) psychisch abhängig, wobei sich davon über 60% als abhängig bezeichnen. Ich kenne einen der vier Jahre lang jeden Tag gekifft hat und es für ihn kein Problem war damit aufzuhören. Wenn man in der Woche ein Paar Joints raucht, dann stellt das so gut wie keine Gefahr da für die Psyche. Ich kenne einige, die wöchentlich kiffen und psychisch fitter sind als manche Nichtkonsumenten! Die einzige Gefahr dadurch ist die Schädigung der Atemwege. Cannabis kann bei Personen, die dazu veranlagt sind, eine Psychose auslösen, aber keine bilden. Studien zufolge sind 1% aller Menschen dazu veranlagt. Generell gilt: Die schlimmste Nebenwirkung ist das Strafverfahren, wenn man erwischt wird!