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Ich will doch nur spielen

Michael* (Name von der Redaktion geändert) fing mit zwölf Jahren an zu zocken. Mit 15 Jahren war er Patient auf Teen Spirit Island, einer Therapieeinrichtung für abhängige Jugendliche in Hannover. Dabei fing seine Computerspielsucht so harmlos an…

Spiele-Freak oder süchtig nach den Games? Die Grenzen können leicht verwischen.


Michael blickt starr gerade aus. Sei Blick ist auf den Bildschirm gerichtet und seine Finger fliegen blind über die Tastatur. Vor ihm spielen sich Szenen wie aus einem Kriegsfilm ab. Der 12-Jährige sitzt vor dem Computer und spielt „Counter Strike“. Ein Online-Strategiespiel, das gemäß Jugendschutzgesetz ab 16 Jahren freigegeben ist.

Counter Strike ist eines der beliebtesten Online-Actiongames. Man schließt sich im Netz zu Teams zusammen und kämpft entweder als Terrorist oder als Mitglied der Antiterroreinheit. Beide Seiten haben dabei Missionen zu erfüllen, die vom anderen Team zu verhindern sind. Counter Strike ist der meistgespielte Online-Shooter und schätzungsweise sind permanent zwischen 50.000 und 200.000 Spieler online.

Counterstrike - coole Sache?

Auch in Michaels Klasse fingen die Jungs irgendwann an, sich über Counter Strike zu unterhalten. Und es klang total spannend. Der erste hat sich das Spiel dann besorgt – vielleicht über einen Freund oder den großen Bruder. Und schließlich wollte auch Michael das verbotene Spiel mal ausprobieren. Da er jedoch noch keine 16 Jahre alt war, um sich das Spiel selbst zu kaufen, fragte er seine Eltern. Sie gaben ihm das Geld und sind mit ihm in den Laden gegangen. Schließlich spielten auch viele seiner Freunde Counter Strike, was sollte daran also schlimm sein…

Zuhause wurde ausgepackt und losgelegt. „Das Spiel ist eigentlich ganz einfach“, sagt Michael. „Man kämpft gegen andere, legt Bomben…“. Um zu gewinnen, verbündet man sich online mit anderen Spielern. Wer zum Team gehört, ist dabei völlig egal. Was zählt, ist, die Mission erfolgreich abzuschließen. 

Das Spiel als Mittelpunkt des Lebens

All night long: Wenn aus dem Hobby ein Zwang wird.

„Am Anfang spielte ich immer wieder mal ein bisschen nach der Schule“, erzählt Michael, der damals in die sechste Klasse ging. „Aber nach und nach wurde es mehr“. Statt sich nachmittags mit Freunden zu treffen, ins Kino zu gehen oder auf dem Fußballplatz zu kicken, saß Michael lieber allein in seinem Zimmer.

Seine Freunde traf er zwar noch während der Schulzeit, doch mit denen, die ihm geblieben waren, sprach er auch hauptsächlich über Counter Strike. Das Spiel wurde schleichend zum Mittelpunkt seines Lebens. So sehr, dass irgendwann auch die Schule in den Hintergrund rutschte. Michael ging nur noch unregelmäßig zum Unterricht. „Wenn ich wieder eine Nacht durchgezockt hatte, musste ich mich morgens erstmal ausschlafen“, erzählt Michael, der nächtelang vor dem Bildschirm saß.

 

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1 Kommentar

Dirahsan Gall schrieb am 12.12.2009 16:49

Heftige Geschichte...

Da bin ich wirklich froh,dass ich nicht süchtig bin. Und glaubt mir,ich werde definitiv kein PC-Spiel wie Counterstrike spielen...

Liebe Grüße

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