Login / Logout

HEALTH NEWS
Daddeln führt zu schlechten Noten…
Chatten, gucken, spielen: Nach einer neuen Studie der DAK-Gesundheit sitzt fast jeder 5. Schüler täglich mindestens sechs Stunden vor dem Bildschirm....

Du willst noch mal einen Blick in die aha!Magazine werfen? Kein Problem, hier geht es zum PDF-Download.weiter
Vom Hobby-Gamer zum Außenseiter

- Stecker raus, bevor es zu spät ist...
„Die Schule hat mich zu diesem Zeitpunkt wenige interessiert“ gesteht Michael. Er hat den Draht zu Lehrern und Mitschülern verloren. Und selbst die Mitschüler, die wie er Counter Strike spielten, konnte sein extremes Spielverhalten irgendwann nicht mehr nachvollziehen. Michael wurde zum Außenseiter und all zu schnell gaben ihn auch seine Lehrer auf.
Die einzigen, zu denen Michael noch Kontakt hatte, waren andere Extrem-Spieler wie er. Diese lernte er in speziellen Foren kennen oder über Freunde von Freunden. Mit ihnen traf sich Michael auch häufig. Doch obwohl alle zusammen in einem Raum saßen, wurde kaum ein Wort gesprochen, sobald die Computer miteinander vernetzt und alle technischen Hindernisse gemeistert waren. Jetzt ging es darum, die Missionen zu schaffen. So rutschte er immer tiefer in eine Welt, die sich nur auf seinem Bildschirm abspielte. „Warum sollte ich mit Counter Strike spielen aufhören, wenn es mir Spaß macht? So hab ich jedenfalls damals gedacht“ sagt Michael heute und seine Worte klingen selbst in seinen Ohren völlig fremd.
Hilfe gab es bei Teen Spirit Island

- Alle Illustrationen: Maxim Osadtschij/Kleinert
Drei Jahren war Counter Strike sein Lebensinhalt. Ganz am Anfang hielten die Eltern das viele Spielen noch für eine Phase. Doch als die Noten schlechter wurden, Michael tagelang zuhause blieb und alle Ermahnungen und gutes Zureden keinen Sinn mehr hatte, entschieden sie sich zu einem drastischen Schritt. Michael musste seine Computerspielsucht unter Kontrolle bekommen. Und da er das offensichtlich nicht allein schaffte, brauchte er Hilfe.
Diese Hilfe fand Michael in der Therapieeinrichtung „Teen Spirit Island“ in Hannover. 15 Monate lebt er nun schon dort. „Am Anfang war ich so sauer. Auf meine Eltern, meine Freunde, ich hab überhaupt nicht verstanden, warum sie sich so Sorgen machen. Es war doch alles gut“, erzählt er. „ Aber heut versteh ich, dass nicht alles gut war. Und ich bin sehr froh, dass ich meine Fehler wieder gut machen kann. Es ist nicht zu spät, um von vorne anzufangen, dafür bin ich echt dankbar“, sagt er.
Sein PC-Spiel von damals hat er noch Zuhause. „Das reizt mich überhaupt nicht mehr“, versichert Michael. Wenn er jetzt manchmal bei seinen Eltern ist, um seine Familie zu sehen, spielt er mit seinem kleinen Bruder am Computer Fußball. „Aber ich pass auf, dass er nicht zu lange vor der Kiste hängt“, sagt der Ex-Zocker voll Stolz.
„Meine Freizeit verbringe ich jetzt auch lieber mit sinnvollen Sachen. Ich lese gerne, mache Sport, gehe zum Beispiel Joggen“. Michael besucht auch wieder die Schule, die musste er nämlich während seiner Anfangszeit auf Teen Spirit Island abbrechen. „Ich habe dort auch neue Freunde gefunden und ich bemühe mich sehr, einen guten Schulabschluss zu machen. Das ist schon wichtig, wenn man was werden möchte“.
In diesem Artikel
Du möchtest einen Kommentar schreiben? Hier kannst du dich
einloggen oder
registrieren.








