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Paul sucht und findet Hilfe

Erst vor einigen Monaten kam Paul zu dem Schluss, dass es so nicht weitergehen kann. „Ich suchte nach Menschen, mit denen ich sprechen konnte“, erzählt er, „aber bei den meisten Kollegen redete ich wie gegen eine Wand.“ Bei einer Freundin fand er zwar ein offenes Ohr, doch auch deren Leben bestand vor allem aus Party: „Sie trank zwar wenig Alkohol, aber in den Kneipen und Discos trafen wir immer wieder auf meine Clique, und dann war es nie weit bis zum nächsten Absturz.“

Wenn aus den Drinks bei Partys ein Problem wird - such dir Hilfe. (Bild: Mauritius Images)

Paul suchte nun in Chatrooms nach Menschen mit ähnlichen Problemen. So kam er zu der Einsicht, dass er professionelle Hilfe braucht. Und traute sich irgendwann endlich in eine Beratungsstelle für Jugendliche. Dort analysiert er nun einmal pro Woche mit einer Therapeutin, warum er in manchen Situationen zur Flasche greift und warum es für ihn dann kein Halten mehr gibt. „Ich versuche jetzt erst mal, weniger zu trinken und früher aufzuhören“, erklärt Paul. Eigentlich hat ihm die Therapeutin klar gesagt, dass er ganz mit dem Alkohol aufhören muss; denn wer einmal alkoholabhängig ist, bleibt es sein Leben lang – sogar wenn er jahrelang „trocken“ war. Die Sucht setzt beim ersten Glas Bier oder Wein sofort wieder ein.

Wie gehe ich dem Alkohol aus dem Weg?
„Es ist ein beschwerlicher Weg, zu dem Punkt zu kommen, an dem man sich eingesteht, dass man ein Problem mit dem Alkohol hat“, sagt Paul. „Richtig schwer wird es dann aber, dem Alkohol aus dem Weg zu gehen.“ Überall wird Alkohol ausgeschenkt, und das macht den Weg aus der Abhängigkeit besonders kompliziert. Denn: „Du willst ja dein Leben nicht auf einer einsamen Insel verbringen und auch mal Freunde in der Kneipe treffen.“ Deswegen hat Paul sich zur Regel gemacht, in der Woche keinen Alkohol zu trinken und an den Wochenenden keine harten Drinks. Pro Abend trinkt Paul dann höchstens noch zwei kleine Biere und zwischendurch Wasser oder Säfte. „Das ist wenigstens ein Anfang“, glaubt er. Einen Filmriss hatte Paul immerhin seit einigen Monaten nicht mehr. Trotzdem ist er sich bewusst, dass er noch lange nicht über den Berg ist. Er wird weiter zur Therapie gehen müssen und sollte eigentlich ganz auf Alkohol verzichten. Mit seiner Therapeutin spricht er auch darüber, ob es sinnvoll ist, sich einen neuen Freundeskreis aufzubauen, in dem weniger oder gar nicht getrunken wird. Aber auch das ist natürlich leichter gesagt als getan. 

„Ich habe jetzt angefangen, mein Leben mehr zu planen und genauer über die Sachen nachzudenken, die ich tue“, erzählt Paul. Wenn er geahnt hätte, wie leicht Alkohol zu einem Problem werden kann, hätte er vermutlich schon längst die Bremse gezogen. 

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