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Jiu Jitsu: Kampfkunst mit Baukasten-Prinzip

- Bild: fotolia.de
Jiu Jitsu ist genau wie Aikido eine waffenlose Selbstverteidigungs-Technik. Ziel ist, einen oder mehrere Angreifer unter Kontrolle zu bringen, ohne ihnen unnötigen Schaden zuzufügen. Also keine böswilligen Tritte, keine Messerstiche, keine Schläge. Entwickelt wurde das System von den Samurai, der japanischen Variante des europäischen Ritters, um auch nach Verlust ihres Schwertes noch weiter kämpfen zu können. Die Abwehrtechniken sollten dem vermeintlich Schwächeren helfen, über den scheinbar Stärkeren zu siegen.
Erich Rahn, der ”Meister der 1000 Jiu Jitsu Griffe” führte Jiu Jitsu 1906 in Deutschland ein. 1945 verboten die Alliierten durch das Kontrollrat-Gesetz die Ausübung des Jiu Jitsu. Erst in den 50er Jahren gelang es, das Gesetz wieder aufzuheben. Später war Jiu Jitsu Teil der Ausbildung vieler deutscher Polizeibehörden, der Justiz (Strafvollzug) sowie des Zolls.
Im Jiu Jitsu übst du Wurftechniken (Nage Waza), Grifftechniken (Katame Waza) und Schlagtechniken (Atemi). Doch anders als beim Aikido gibt es keine fest vorgeschriebenen Katas. Block-, Tritt- und Schlagtechniken wie im Karate oder Taekwondo, Würfe, Würge- und Hebeltechniken aus dem Judo und verschiedenste Elemente aus unzähligen anderen Kampfkünsten bilden den Baukasten, aus dem du dir eine individuelle Verteidigungstechnik zusammenbastelst. Dabei werden Strategien gegen Angriffe aus nächster Nähe wie Körperumklammerungen, Würgegriffe oder Schwitzkasten ebenso geübt wie Angriffe aus der Entfernung oder Angriffe mit einer Waffe. Im Training lernst du, die einzelnen Griffe zu sinnvollen Techniken zusammenzufügen und herauszufinden, welche davon dir am meisten liegen. Es kommt auf Schnelligkeit, Konzentration und Geschicklichkeit an. Und wenn du regelmäßig zum Training gehst, wirst du auch richtig fit.
Auch im Jiu Jitsu kannst du dich von Gürtel zu Gürtel vorarbeiten. Es gibt 10 Schülergrade, die mit weißem Gürtel beginnen und dann über Gelb, Orange, Grün und Blau zu den 10 Meistergraden führen, die mit dem schwarzen Gürtel beginnen und bei dem roten Gürtel des 10. Dan enden.
Jiu Jitsu machst du im Verein. Die Mitgliederbeiträge liegen bei 15-20 Euro im Monat.
Das Video vom Deutschen Ju-Jutsu-Verband e.V. zeigt, wie vielfältig der Sport ist und wie er auch zur Selbstverteidigung eingesetzt wird:
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